Bildrechtlos

Fotowettbewerbe mit Bildspende-Bedingung
Unser Ratschlag: Die Teilnahmebedingungen sorgfältig studieren und dabei bedenken, dass die Nutzungsrechte-Klauseln bei Fotowettbewerben aus der Feder professioneller Werbe- und PR-Agenturen ganz bewußt und nicht aus Versehen als »Ausnutzungsrechte« formuliert werden und genauso gemeint sind, wie sie dort stehen, denn es gehört zum Berufsbild jedes Öffentlichkeitsarbeiters, über Bildrechte Bescheid zu wissen.

Stadt Frankfurt sammelt Bildrechte

bis 30.08.2018 Wo grünt es am schönsten?
Fotowettbewerb zu Fassaden-, Dach- oder Hinterhofbegrünung
Gesucht werden die schönsten Fotos einer gelungenen Begrünung von Hinterhof, Fassade oder Dach. Die Fotos sollen einen aktuellen Fundort in Frankfurt zeigen (bitte mit Adressangabe), im Bildformat JPEG, 1 MB pro Bild ist wünschenswert, insgesamt maximal 10 MB und per E-Mail verschickt werden, unter Angabe der Fotografin oder des Fotografen. Die schönsten drei Fotos werden prämiert: Der Sieger erhält 150 Euro, der Zweite 100 Euro und der Drittplatzierte 50 Euro.

Mit Einsendung der Fotos gehen die Nutzungsrechte an die Stadt Frankfurt über.

Es gilt zu beachten, dass keine Personen auf den Fotos sind oder Einverständniserklärungen der abgebildeten Personen zur Veröffentlichung vorliegen.

Es können bis zu fünf Fotos per E-Mail an
eva-maria.hillmann@stadt-frankfurt.de geschickt werden.
Einsendeschluss ist der 30. August 2018.

Textquelle: Pressemeldung der Stadt Frankfurt am Main vom 17.08.2018
http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=34279002


Allgemeines Ausnutzungsrecht?

Bildrechte einsacken
Jahrein jahraus und völlig ungestört schreiben Zeitschriften- und Buchverlage, Tageszeitungen, Fotobuch-Dienstleister, Fotocommunities und nicht zuletzt soziale Verbände und staatliche Stellen Fotowettbewerbe mit deutlich unfairen Bedingungen aus.

Diese Ausnutzung von Fotografen würde allerdings nicht so prächtig und flächendeckend funktionieren, wenn die von Ehrgeiz getriebenen Damen und Herren Hobby-Bildproduzenten einen klaren Gedanken fassen wollten zur entscheidenden Frage: »Wer will zu welchem Zweck meine Bilder?«

Wenn ein Fotowettbewerb-Veranstalter die freie Nutzung (!) aller (!) eingereichten Beiträge beansprucht, ist das eine unangemessene Benachteiligung der Teilnehmer, auf die man sich – egal ob Profi oder Amateur – nicht einlassen sollte, zumal der Bildautor für alle rechtlichen Risiken der fremden Bildnutzung haften muss.

»Jeder Teilnehmer gewährt … das unentgeltliche, zeitlich unbefristete Recht … die eingereichten Fotoarbeiten in jeder Art zu publizieren … und stellt den Veranstalter von allen Folgeschäden frei …«

»Der Teilnehmer ist im Besitz sämtlicher Rechte an den Aufnahmen und tritt mit der Einsendung diese Rechte an FIRMENNAME für werbliche Zwecke ab. Er erklärt sein Einverständnis, dass Namen und Fotos im Internet unentgeltlich veröffentlicht sowie unbegrenzt für FIRMENNAME-Promotion-Zwecke verwendet werden können.«

Fotowettbewerbe unter rechtlichen Gesichtspunkten

Dem einzelnen Fotografen steht es frei, dem Veranstalter eines Fotowettbewerbs auf dem Weg einer »einzelvertraglichen Schenkung« die Nutzungsrechte an seinen eingereichten Fotos zu überlassen.

Fordert der Veranstalter eines Fotowettbewerbs jedoch bereits in seinen Teilnahmebedingungen ein unentgeltliches Nutzungsrecht für alle eingereichten Wettbewerbsbeiträge, verletzt er damit das im Urhebergesetz (UrhG § 32) festgeschriebene Recht auf angemessene Vergütung.