Ratgeber 2017

Karrierebaustein Fotowettbewerb
Kennen Sie eine(n) Fotokünstler(in), der/die noch nie bei einem Preisausschreiben gewonnen hat, und trotzdem berühmt (bekannt) wurde? Noch nie gab es soviele Nachwuchspreise – Fotografenverbände, Zeitschriftenverlage, Kamerahersteller, Festivalmacher, Galeristen – alle fördern und fordern die jungen Kreativen. Wer als Fotokünstler starten möchte, wird sich diesem Zirkus kaum entziehen können.

Warum dieser Rummel? Berufsverbände pflegen mit Förderpreisen ihr Ansehen, Zeitschriften gewinnen exklusive Bildstrecken, Hersteller polieren das Markenimage, Galeristen nehmen Witterung auf …

Edle Bildspender gesucht

Von Bildspenden an gemeinnützige Organisationen möchten wir dringend abraten, denn für die Folgen einer – gerade bei »menschelnden« Fotomotiven leicht möglichen – Rechteverletzung haftet der edle Bildspender und nicht die Organisation, die seine Fotos für ihre PR-Arbeit kostenlos ausnutzt.

Fotoamateure leisten sich gerne den Luxus, ihre Lieblingswerke zu verplempern. Es ist ihr selbstgewähltes, harmloses Freizeitwerkeln, ohne Kosten- und Zeitdruck zu fotografieren und das dabei entstehende Zeug hübsch zu präsentieren.

Fotofreunde sollen ruhig machen, was sie wollen, gerne auch ihre Fotos mitsamt Bildrechten an Tierfreunde, Seenotretter, Verlage, Bilddienstleister, Tourismusverbände oder Kulturbelanger verschenken und alle damit verbundenen rechtlichen Risiken auf ihre leichte Schulter nehmen.

Wer hingegen von den Früchten seiner eigenen Fotoarbeiten leben will, ist gut beraten, einen weiten Bogen um alle »ideellen Nutznießer« zu schlagen, die verwertbare Fotos ohne Gegenleistung einsammeln.

Fotowettbewerb-Veranstalter

Fotowettbewerbe sind ein beliebtes, aber dämliches Mittel, um an »kostenloses« Bildmaterial heranzukommen und um »Markenpflege« zu betreiben. Ein seriös durchgeführter Fotowettbewerb kostet mindestens 15.000 Euro. Ein unserös durchgeführter Fotowettbewerb kostet vielleicht weniger, auf jeden Fall beschädigt er das Image des Veranstalters. Wenn Sie sich dennoch dafür entscheiden, einen Fotowettbewerb durchzuführen, dann schauen Sie zuerst nach, wie es die anderen machen.

Fotowettbewerb-Teilnehmer
Alle Amateur-Fotografen kann man nicht oft genug davor warnen, sich als Bilderspender an Fotowettbewerben zu beteiligen und dabei dem Veranstalter allgemeine Nutzungsrechte zu überlassen, denn das Risiko, dass sich die auf den Fotos abgebildeten Menschen (!) eines Tages in ihren Rechten verletzt sehen, wenn sie sich auf irgendeinem Spendensammel-City-Poster wiedererkennen, bleibt am Fotografen hängen.

Teilnahmebedingungen wie diese sind gefährlich:
»Alle eingereichten Arbeiten dürfen vom Veranstalter kostenlos für redaktionelle Berichterstattung genutzt werden. Für Promotion, Werbung und PR (online und offline) können die Arbeiten durch NAMENDERFIRMA ebenfalls kostenlos genutzt werden und der jeweilige Teilnehmer räumt ein kostenfreies, zeitlich, räumlich und sachlich unbeschränktes, frei übertragbares und unterlizenzierbares einfaches Nutzungsrecht für alle Verwendungsarten (ob bekannt oder unbekannt) an den Arbeiten ein, einschließlich des Rechts der Veränderung und Bearbeitung.«

Fotowettbewerb-Juroren
Viele Persönlichkeiten der Fotoszene sind stolz darauf, in der Jury eines Fotowettbewerbs zu sitzen, und unterstützen ohne Bedenken diese Methode der modernen Wohltätigkeit, Bildspenden von Fotografen einzusammeln. Was ist jedoch von der Professionalität eines Fotografie-Professors zu halten, der seine Foto-Studenten dazu animiert, ihre Arbeiten zu verschenken?

Fotowettbewerb-Regeln

Das Kleingedruckte verrät den Zweck der Veranstaltung
Seriöse Teilnahme-Bedingungen regeln unmissverständlich den Umgang mit den Bildern und den Bildrechten klingen zum Beispiel so:

Copyrights & usage rights
»Copyright of the images will remain at all times with the photographer.
Images will be used strictly in connection to the awards and will not be used for any other marketing purposes other than to promote Monochrome Awards . Images will not be resold or used by any other third party. If there is a request for such, we will forward that request to the photographer via e-mail.
To promote winners of each category Monochrome Awards is granted the right to display images on social network websites (on our official profiles) including: Facebook, Google+ and Twitter.«
http://monoawards.com/page/terms-conditions
(Über Monochrome Photography Awards:
Der internationale Schwarz-Weiss-Fotowettbewerb ist offen für alle Amateure und Berufsfotografen. Geldpreise im Gesamtwert von 3.000 $ werden vergeben. Die Teilnahmegebühren sind recht hoch: Professional 20 USD pro Bild und Amateur 15 USD pro Bild. Kategorien: Abstract, Architecture, Conceptual, Fashion / Beauty, Fine Art, Landscapes, Nature, Nude, People, Photojournalism, Photomanipulation, Portrait, Wildlife.
http://monoawards.com)

Fotowettbewerbe-Guide 2017

The 2017 Photographer’s Guide to Photo Contests
»Which photo contests are really worth your time?
We’ve partnered with the World Photography Organisation for The 2017 Photographer’s Guide to Photo Contests, one of our biggest guides of the year. Inside, get a rundown of 42 photo contests worldwide and learn which contests to consider and which to pass up. We give each a verdict based on factors like entry fees, promised exposure and prizes, submission rights, and direct feedback from past winners. Let this guide help you determine which contests are your best bet.«

http://resources.photoshelter.com/photographers-guide-photo-contests-2017

The 2017 Photographer’s Guide to Photo Contests

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